Frauenpower für die Mini-Grizzlys: Zwei Ex-Spielerinnen trainieren Wolfsburgs jüngste Eishockeyspieler

Frauen-Power für Wolfsburgs jüngste Eishockey-Spieler. Die U9 der Grizzlys wird künftig von Cara Wedel und Fenja Raschke angeleitet. Am Freitag hatte das Damen-Duo-Premiere. Ein Eishockey-Team mit zwei Trainerinnen - allein das dürfte es in diesem Sport nicht oft geben. Und: Beide waren Nachwuchs-Nationalspielerinnen.

Zwei Eishockey-Nationalspielerinnen als Trainerinnen, da können die jungen Kufencracks mit Sicherheit einiges lernen. Der Jüngste ist gerade einmal fünf Jahre alt. Jetzt ist die härteste Zeit. Das Sommertraining hat begonnen. Eis gibt es höchstens mal aus der Gefriertruhe. Geübt wird in der Sonne. Unter Corona-Bedingungen. Dafür hatten sich Cara Wedel und Fenja Raschke einiges ausgedacht. Die Kinder trainierten an der Eis-Arena in großen, auf den Parkplatz gemalten Kreisen, um die Abstandsregeln zu wahren.

„Das war gut. Die Kinder haben sich prima an die Regeln gehalten, haben toll mitgearbeitet“, sagte Raschke nach der ersten Einheit. Sie fügte schmunzelnd hinzu: „Auch für uns war es durchaus anstrengend.“ Denn wegen der Corona-Regeln sind die insgesamt knapp 40 Spieler der Altersklasse U9 in kleine Gruppen eingeteilt. Für die Trainerinnen hieß das aber am Freitag auch: dreimal die Routinen durchzugehen, die Kinder in Bewegung zu bringen und ihre Aufmerksamkeit zu halten. Letzteres könnte die Spezialität von Raschke werden:

„Ich bin Grundschullehrerin, ich könnte da durch meinen Beruf Vorteile haben.“

Trainerinnen mit viel Erfahrung

Raschke (28) ist die ältere Schwester von Fine Raschke, die im Winter B-Weltmeisterin mit der DEB-U-18 geworden war und inzwischen schon die ersten Länderspiele mit den Damen gemacht hat. Fenja Raschke war lange Jahre eine Stammspielerin im Grizzly-Nachwuchs, wurde später U-18-Nationalspielerin, war bis vergangene Saison noch für die Frauen der Maddogs Mannheim in der Bundesliga am Puck. Auch im Erwachsenen-Alter hat sie praktisch alle Jahre in Männerteams mitgemischt. Im Nachwuchs spielt der weibliche Nachwuchs ohnehin mit den Jungen.

Die 17-jährige Schülerin Cara Wedel war ein Top-Talent, hatte es bis in die Nachwuchs-Nationalmannschaft geschafft, musste 2019 aus gesundheitlichen Gründen aufhören mit der aktiven Karriere. Als für die Laufschule der Grizzlys eine Aushilfe gesucht wurde, machte sie mit, absolvierte bald darauf einen Lehrgang für einen Basis-Übungsleiterschein. Und macht weiter. Wedel: „Ohne Eishockey geht es einfach nicht.“

Raschke sieht es ganz ähnlich: „Ich hatte in Hamburg gewohnt, dort gespielt und für Mannheims Frauen, inzwischen bin ich wieder in Wolfsburg, habe mal im Nachwuchs ein bisschen mitgeholfen, dann kam die Anfrage, ob ich nicht ein bisschen mehr mache will. Und die Überlegung, als Trainerin zu arbeiten, die hatte ich immer Hinterkopf. Ich habe mit vier Jahren mit Eishockey angefangen, das lässt einen nicht los!“

Derweil freut sich Daniel Galonska, der mit Grizzlys-Urgestein Christoph Höhenleitner das Cheftrainer-Duo des Nachwuchs bildet, über die Verstärkung in der U9. Als Raschke gefragt hatte, ob sie nicht irgendetwas machen könnte, „habe ich vorgeschlagen, macht doch zusammen die U9.“

Quelle

Information zum Eishockey-Spielbetrieb im Nordverbund unter Federführung des Niedersächsischen Eissport-Verbandes  

Der Niedersächsische Eissport-Verband e.V. hat heute in seinen satzungsgemäßen Gremien entschieden, den kompletten Eishockey-Spielbetrieb der laufenden Saison 2019 / 2020 mit sofortiger Wirkung einzustellen.

Die Entscheidung ist Folge ausdrücklicher Empfehlungen des DEB und der politischen und ordnungsbehördlichen Instanzen zur Durchführung von Großveranstaltungen und zur Eindämmung der weiteren Ausbreitung von Coronavirus-Infektionen.

Die Einstellung des Spielbetriebs betrifft sämtliche im Nordverbund organisierte Spielklassen und Altersklassen im Nachwuchs-, Frauen- und Seniorenbereich. Sie gilt ebenfalls für bereits genehmigte Freundschaftsspiele und -Turniere, deren Genehmigungen zurückgezogen werden.

Diese Entscheidungen betreffen weiter alle Auswahl-Maßnahmen.

Es ist eine wichtige Phase in der Saison, einige Entscheidungsspiele stehen an, aber aufgrund der weithin unklaren Lage und der schwer nachvollziehbaren Verbreitungswege möchte der NEV der Fürsorgepflicht gegebenüber seinen Spielern, Vereinsoffiziellen, ehrenamtlichen Mitarbeitern nachkommen.

Aufgrund der vielerorts bereits ergriffenen Maßnahmen sehen wir keine Alternative zu dieser schweren Entscheidung und hoffen dabei auf Ihr Verständnis.

 

U18-Eishockey-WM: Wolfsburgerin Fine Raschke packt mit dem DEB-Team den Aufstieg!

Mit freundlicher Genehmigung der
WAZ - Wolfsburger Allgemeine Zeitung.

Geschafft. In einem Krimi. Fine Raschke von den Grizzlys Wolfsburg ist mit der deutschen Eishockey-U18 der Frauen B-Weltmeisterin geworden und in die A-Gruppe aufgestiegen. Am Donnerstagabend gab es im entscheidenden Spiel ein 2:1 gegen Japan.

Was für eine Spannung vor rund 700 Zuschauern in Füssen. Zwei Drittel lang hatte es 0:0 gestanden. A-Gruppen-Absteiger Japan war wie erwartet läuferisch stark, zog zudem bei seinen Überzahlchancen mehrfach ein gutes Powerplay auf. Aber dann: Deutschland traf im Schlussabschnitt im Powerplay durch Lisa Heinz, Japan glich kurz darauf aus. Erneut in Überzahl legte Deutschland nach, 2:1 durch Ronja Hark. Beide Male stand Abwehr-Ass und Kapitänin Raschke mit auf dem Eis.

Raschke wieder ausgezeichnet

In den Schlussminuten hatte Japan zweimal Überzahl, nahm auch noch die Torfrau für eine sechste Feldspielerin raus. Doch das DEB-Team mit einer überragenden Sofie Disl im Kasten hielt stand, gewann und schaffte damit den Aufstieg in die Eliteklasse wo es im nächsten Jahr gegen die Top-Nationen wie die USA und Kanada geht. Raschke, nach der Partie gegen Japan als beste Spielerin ihres Teams (wie schon im Match gegen Dänemark) ausgezeichnet, und einige andere werden dann nicht mehr dabei sein. Sie haben unter den Augen von DEB-Präsident und Ex-Nationalspieler Franz Reindl den Boden für die nächste Generation bereitet, rücken hoch in den Frauenbereich. Zuvor aber gab es Goldmedaillen, die Titeltrophäe, die Raschke entgegen nahm. Und dann wurde auf dem Eis und wie schon direkt nach Schlusspfiff wieder gefeiert.

Artikel vom 09. Januar 2020 - Quelle